Europäisches Portfolio der Sprachen




Seit dem 2. Halbjahr des Schuljahres 2003/04 arbeiten die Klassen 5 bis 8 in den Fächern Englisch und Französisch mit dem Europäischen Portfolio der Sprachen. Dieses Portfolio ist ein Instrument des Europarates, existiert in vielen europäischen Ländern und erfüllt insbesondere zwei Aufgaben:
Es dokumentiert die (Fremd)sprachkenntnisse der Lernenden und begleitet sie im schulischen und außerschulischen Fremdsprachenlernen.

Das Europäische Portfolio der Sprachen basiert auf dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, der ein allgemein anerkanntes System zur transparenten und vergleichbaren Beschreibung, Einstufung und Beurteilung von sprachlichen Kompetenzen erhält.

Das Portfolio besteht aus drei Teilen:
  • Der Sprachenpass gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der sprachlichen Kompetenzen; zudem informiert er zusammenfassend über die Sprachlernerfahrungen und die interkulturellen Erfahrungen des Lernenden.
  • Die Sprachenbiografie dokumentiert die persönliche Geschichte des Sprachenlernens und die interkulturellen Erfahrungen. Sie enthält zusätzlich Instrumente zur Selbstbeurteilung und Hilfen zur Reflexion des Sprachenlernens.
  • Das Dossier enthält eigene Arbeiten unterschiedlicher Art, die exemplarisch veranschaulichen, was man in verschiedenen Sprachen geleistet hat bzw. zu leisten im Stande ist.
Das Sprachenportfolio hilft auf der einen Seite den Lernenden, unter anderem ihre sprachlichen Kompetenzen zu beschreiben und z.B. bei einem Schulwechsel oder bei Bewerbungen über sie zu informieren und ihre schulischen und außerschulischen Erfahrungen beim Sprachenlernen zu dokumentieren und zu reflektieren. Insbesondere bei Kindern, die eine nicht in der Schule gelehrte Muttersprache sprechen, wird diese Sprache, die sonst kaum beachtet wird, gewürdigt.
Es hilft auf der anderen Seite aber auch den Unterrichtenden und Schulen, Leistungen transparent und nach anerkannten europäischen Bildungsstandards zu dokumentieren, die Qualität ihrer Arbeit im sprachlichen Bereich zu dokumentieren und weiterzuentwickeln und die spezifischen Bedürfnisse und Motivationen der Lernenden kennen zu lernen und sie beim Sprachenlernen zu unterstützen.
Drittens können sich zudem Unternehmen und Arbeitgeber ein differenziertes Bild von den sprachlichen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter oder Bewerber verschaffen und deren sprachliche Ressourcen besser nutzen.
Und viertens werden sprachliche Leistungen durch die Beschreibung von Kompetenzen europaweit vergleichbar.

An der Deutschen Schule Toulouse haben wir uns entschlossen, gleich mit 4 Jahrgängen in die Portfolioarbeit einzusteigen und auch mit beiden Fremdsprachen, damit möglichst viele Kinder von der Arbeit profitieren. In den folgenden Jahren wird jeweils die neue 5. Klasse hinzukommen.

Das Foto zeigt die Klasse 8d, die stolz ihre Portfolios präsentieren.
Dr. Maike Knust