Filmemacher Stefan Weinert an der DST

Deutsch

Gesicht zur Wand, ein Dokumentarfilm von Stefan Weinert

„Die Geschichte der Völker lehrt uns, dass die Völker aus der Geschichte nichts lernen.“ Mit diesem Zitat von Hegel endet der preisgekrönte Dokumentarfilm „Mit dem Gesicht zur Wand“ des deutschen Filmemachers und Schauspielers Stefan Weinert.
Am 21.3. präsentierte Stefan Weinert seinen außergewöhnlichen Film an der Deutschen Schule Toulouse und diskutierte anschließend mit Schülerinnen und Schülern der DST und des Lycée International.

Stefan Weinert ist es auf eindrucksvolle Weise gelungen, anhand der sehr persönlichen Erinnerungen von fünf Zeitzeugen die Grausamkeiten des DDR-Staates gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürgern aufzuzeigen: Menschen, die sich nichts anderes wünschten als ein Leben in Freiheit und hofften, diesen Traum auf der anderen Seite der innerdeutschen Grenze verwirklichen zu können, und die wegen Republikflucht verurteilt wurden. Außergewöhnlich offen berichten fünf ehemals inhaftierte DDR-Bürger von den menschenunwürdigen Bedingungen der Haft und der Verhörmethoden. Die Schicksale dieser fünf Menschen werden den Zuschauern durch ergreifende Berichte nahegebracht, unter Schilderung der vielen alltäglichen, systematischen Grausamkeiten und Demütigungen des Gefängnisalltags. Die seelischen Verletzungen machten allen – bis heute – ein normales, angstfreies Leben unmöglich.
Nach der Filmvorführung konnten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12 der DST und der zwei Abibac-Klassen Fragen an den Regisseur richten: Wie er die fünf Zeitzeugen unter den 72.000 Republikflüchtlingen der DDR gefunden habe, ob er noch Kontakt zu ihnen habe, wie lange er an dem Film gearbeitet habe, ob es schwierig war, sie zum Sprechen zu bringen und warum er überhaupt einen Film zu diesem Thema gemacht habe, wollte das junge Publikum wissen. Stefan Weinert erklärte, dass es ihm ein Anliegen war, durch Zeitzeugen und ihre persönliche Geschichte dieses Kapitel der deutschen Geschichte den Zuschauern nahe zu bringen. Erstaunlicherweise sprach einer der fünf Zeitzeugen im Rahmen der Filmarbeiten zum ersten Mal über seine schrecklichen Erlebnisse: Selbst der eigene Sohn kannte die Geschichte seines Vaters nicht.
Am Ende des Nachmittags bedankten sich die Schulleiterin und die Schülerinnen und Schüler sehr herzlich bei Stefan Weinert für diese interessante und beeindruckende Veranstaltung an der Deutschen Schule Toulouse.

 

 

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