Trilingualer Unterricht

Deutsch

Die Deutsche Schule Toulouse bietet den Schülerinnen und Schülern der Klassen 6 und 7 in einem einzigartigen Projekt die Möglichkeit, den Unterricht in Kunst und Musik in drei Sprachen und mit internationalen Partnern zu erleben.

Wie funktioniert dieser trilinguale Unterricht und welches sind seine Ziele?

Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 der DS Toulouse und der beiden 6ème-Klassen des Collège Victor Hugo mit seinem britischen Zweig "English 31" - alle im Lycée International untergebracht - werden zu drei sprachlich gemischten Gruppen zusammengesetzt. Das Gleiche gilt für die Jahrgangsstufe 7.
In dieser internationalen Zusammensetzung werden die Schüler der Klasse 6 in den Fächern Kunst und Musik jeweils ein Drittel des Schuljahres von einer englischsprachigen, französischsprachigen und deutschsprachigen Lehrkraft unterrichtet. In der 7. Klasse gibt es eine  trilinguale Arbeitsphase, die sich über mehrere Wochen erstreckt, ansonsten 2 Stunden pro Woche auf Deutsch bei der Kunstlehrerin bzw. bei dem Musiklehrer der DST.

Eines der wichtigsten Ziele ist es, den Schülern unterschiedlicher Nationalität, die sich das Schulgebäude teilen, den Kontakt untereinander zu ermöglichen, der sich trotz räumlicher Nachbarschaft im gleichen Schulhaus nicht "von selbst" ergibt. Außerdem soll die einmalige Chance genutzt werden, dass jedes Kind drei national unterschiedliche Unterrichtsstile kennen lernen kann - und dies ohne einen Auslandsaufenthalt, ohne eine Austauschfahrt, ja sogar ohne ein Verlassen des Schulhauses! Wesentlich ist zudem die Nutzung der Möglichkeit, die bereits erworbenen Fremdsprachenkenntnisse anzuwenden und zu erweitern.

So sind die Sechst- und Siebtklässer der DST gefordert, einen großen Teil ihres Unterrichts in den zwei betroffenen Fächern auf Französisch und Englisch zu bestreiten - in der Realität kommt es natürlich vor, dass eine Schülerin ihrem erst kürzlich in Toulouse angekommenen Tischnachbarn übersetzen muss (und darf!), was der neue französische Musiklehrer  "da gerade gesagt hat". Aber: man hilft sich gegenseitig und schafft es klarzukommen mit dem, was man im Französisch- und Englischunterricht gelernt hat - dies ist sicher eine der wichtigsten Erfahrungen, die die Kinder mitnehmen können.

Schon sind es weit über 1000 Schülerinnen und Schüler, die von diesem Angebot profitiert haben. Sie haben gemeinsam im Unterricht gearbeitet, Konzerte gegeben, Opern besucht, Kunstausstellungen vorbereitet, Filme gedreht. Das blieb nicht ohne positive Folgen für die Atmosphäre im Lycée International: man kennt sich und grüßt die "Trili"-Lehrer auf den Gängen in ihrer Sprache, ehemalige "Trilis" vom Collège sangen auch schon im Chor der DST mit und einige im "Trili"-Unterricht geknüpfte Freundschaften haben auch über die 7. Klasse hinaus Bestand. Alles in Allem ist der trilinguale Unterricht, der auch als altersgerechter Einstieg in internationale Zusammenarbeit gesehen werden kann, nicht mehr aus dem Alltag der DST wegzudenken.

Was läuft denn so im Trili-Unterricht – ganz konkret?


In Musik rockt die Trilinguale Bandklasse
Integriert in den dreisprachigen, allgemeinbildenden Musikunterricht von zwei Stunden  pro Woche können die Schüler der DST und des Collège Instrumentalkenntnisse erwerben. Beim französischen Musiklehrer, Patrice Limousis, lernen sie ein Trimester Gitarre (Akkordbegleitung) und Musikproduktion am Computer, bei Helen Johnson, der englischen Musiklehrerin, wird ein Trimester am Keyboard gelernt und beim Musiklehrer der DST, Herrn Fraatz, vertiefen die Schüler ihre Kenntnisse im Gitarrenspiel und lernen zusätzlich, auf Schlagzeug und E-Bass zu spielen.

Die Schulen verfügen über einen Klassensatz Gitarren (Collège), Keyboards (Section Britannique) und Percussioninstrumente (DST).

Die trilinguale Klasse wird wie ein Ensemble unterrichtet. Unterrichtsinhalte, wie Noten- und Instrumentenkunde, werden integriert. Um mit anderen Schülern Bands zu bilden und um weiter auf dem Instrument zu üben, werden vom Collège und der DST Arbeitsgemeinschaften angeboten, z.Zt. Rockband und Gitarre.

Auftrittsmöglichkeiten für die Bandklasse gibt es bei der Abschlusspräsentation der Trili-Gruppen, den Mittagskonzerten des Foyers sowie auf dem gemeinsamen Rockkonzert von Collège VH und DST im Salle Gascogne in Colomiers.

 

Im deutschen Kunstunterricht wird „getrickst“: Film ab!
Ein Trickfilm kann nur mit verteilten Rollen produziert werden: Regisseur, Kameramann, Animatoren. Diese müssen miteinander gut kommunizieren, egal in welcher Sprache oder dann eben durch Gesten, Mimik, Vorspielen. Durch Rollenverteilung im Team kann sichergestellt werden, dass auch die 2/3 der nicht deutschsprachigen Schüler genau wissen, was zu tun ist. 

Fächerübergreifende Kunst- und Musikprojekte in Klasse 6
Seit dem Schuljahr 2008/2009 arbeiten die Schüler der Klasse 6 teilweise in fächerübergreifenden Kunst- und Musikprojekten.

  • Für die im englischen Kunstunterricht entstehenden Masken wurde eigens Musik komponiert, einstudiert und natürlich auch der Öffentlichkeit präsentiert.
  • Im deutschen Kunstunterricht entstanden bereits zwei Animationsfilme: „Reise ins Weltall“ und „Ich bin dann mal weg“, an denen jeweils über 80 Schüler eisern arbeiteten. Die Filmpremiere war gleichzeitig ein Ciné-Concert, denn 28 Schüler saßen auf der Bühne im Amphitheater und spielten live zum Film. Oder die Musik-Tracks werden am Computer vorproduziert und dem Filmteam als Moviescore zur Verfügung gestellt.

Fälscherwerkstatt im Kunstunterricht Klasse 7
Die Siebtklässler der Deutschen Schule, des französischen Collège und der britischen Sektion fälschen jedes Jahr Meisterwerke der Kunst in Teamarbeit.
Warum Teamarbeit? Zusammen fälscht es sich besser. Einer findet bestimmt den richtigen Farbton, der andere den Pinselstrich und einer passt auf, dass nicht zu viel Wasser genommen wird. In dreisprachigen Teams muss man sich irgendwie verständlich machen, ob auf Deutsch, Französisch, Englisch. Es ist wohl eine Mischung aus allem, aus Gesten, Zeichnungen und Farben!
Ganz nebenbei lernt man auch mal ein paar Künstler aus den Ländern der Teamkollegen kennen, denn im Kurs der französischen Kunstlehrerin Madame Zago gibt es nur französische Künstler zu fälschen, bei der deutschen Kunstlehrerin Frau Wuttke nur Künstler aus dem deutschsprachigem Raum und bei der englischen Kunstlehrerin Miss Knibbs natürlich nur angelsächsische. Alle Fälscherteams müssen hart arbeiten, denn die Aufgabe ist nicht leicht. Die besten Gemälde werden bei einer Vernissage am Ende des Projekts prämiert.

 

Dokumentation des Trili-Projektes ab 2008

Ausführliche Dokumentation des Projektes 2000-2007

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