FerMUN 2016

Deutsch

Viele der von dem Lycée angebotenen Arbeitsgemeinschaften bieten hervorragende Möglichkeiten, unsere französischen und englischen Mitschüler besser kennen zu lernen. Dazu gehört vor allem die englischsprachige AG Model United Nations an der auch wir dieses Jahr teilnahmen.
Dabei handelt es sich um eine Art Debattierclub, der jedoch nach dem Vorbild der Vereinten Nationen aufgebaut ist. Woche für Woche werden uns, den Schülern bzw. Delegates, unterschiedliche Länder zugeteilt, aus deren Sicht wir dann über politische Themen diskutieren. Meist stellt ein Land einen Lösungsweg (Resolution) vor, über den dann im Gremium debattiert und abgestimmt wird. Es ist ein hervorragende Gelegenheit, die verschiedenen Ansichten der Länder besser verstehen zu lernen und auch über aktuelle Ereignisse und Probleme informiert zu bleiben.
Jedes Jahr werden im Rahmen der AG auch zwei Exkursionen angeboten: Eine nach Lyon und die andere nach Genf.
Bei diesen sogenannten “Conferences” reisen Schülergruppen aus aller Welt an, um gemeinsam über aktuelle Probleme zu debattieren. Wir hatten dieses Jahr das Glück die ersten Schüler der deutschen Schule zu sein, welche an der sogenannten FerMUN- Konferenz in Genf teilnehmen durften.
Die Veranstaltung dauerte drei Tage und die Schüler wurden währenddessen in Gastfamilien untergebracht. Somit hatten auch wir „Neulinge“ Korrespondenten, die uns zeigen konnten, wie alles funktioniert.

Am ersten Tag fanden die Eröffnungsfeierlichkeiten statt, welche eines der eindrucksvollsten Ereignisse der Konferenz sein sollten. Ungefähr 800 Schüler saßen gespannt zusammen in dem „Human Rights and Alliance of Civilization Room“ der Vereinten Nationen, unter der eindrucksvollen und farbenfrohen Deckenskulptur mit dem Titel „UNity Ceiling“ und führten laute Gespräche, in verschiedensten Sprachen, die jedoch nur so lange anhalten konnten, bis man seinen Platz einnehmen musste: Der FerMUN Generalsekretär Kilian Bartsch eröffnet das Event.

Ihm folgten zahlreiche weitere Reden. Besonders ergreifend und emotional fanden wir dabei die eines syrischen Flüchtlings, welcher erzählte, wie er seine Tochter im Bürgerkrieg verlor.
Dieses Jahr fokussierten sich die Themen der Konferenz speziell auf Terrorismus, Flüchtlinge und Umweltschutz, aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser Probleme. In den darauffolgenden Tagen verbrachten alle Abgeordneten ihre Zeit in den verschiedenen Arbeitsgruppen, sogenannten Committees, welche internationale Institutionen (wie z.B.: die Nato oder die Arabische Liga) darstellten.
Wir repräsentierten China im UN-Sicherheitsrat und debattierten dort über „Drug trafficking on the silk road“ und „How to re-establish peace on the israeli-lebanese border and the Golan heights“. Zwei Themen, die einem zwar nicht unbedingt geläufig sind, sich jedoch als sehr interessant herausstellten.
Vor einer Diskussion, hatten wir oftmals Gelegenheit zum „Lobby-ing“, eine bestimmte Zeit, in der man zwanglos mit den anderen Abgeordneten reden, deren Meinung zu den Themen erfahren und Resolutionen zusammen verfassen und lesen konnte. Anschließend wurde ein Lösungsvorschlag ausgewählt und in einer formellen Debatte ausführlich diskutiert. Zuletzt wurde abgestimmt, ob die Resolution als Ganzes angenommen wird oder nicht.
Zwar haben wir nur wenige Tage in Genf verbracht, jedoch waren diese intensiv und sehr anspruchsvoll. Dazu kommt wenig Schlaf und die Problematik des bilingualen Verfahrens. Zum einen ermöglicht die durchgehend französisch-englische Konferenz mehr Schülern aus verschiedenen Ländern teilzunehmen, zum anderen bringt dies einen enormen organisatorischen Aufwand mit sich.
 
So gab es für jede Arbeitsgruppe “Translators”, die lediglich Schüler der teilnehmenden Schulen waren, und deren Aufgabe es war sämtliche Dokumente, vor allem die verfassten Resolutionen, in kürzester Zeit von einer Sprache in die andere zu übersetzen. Des Weiteren gab es die „Interpreters“ (ebenfalls Schüler), die das Gesprochene simultanübersetzt haben. Wer also kein Französisch sprach, konnte sich einfach die Übersetzung des Gesprochenen mittels Kopfhörern anhören. Sobald jedoch die Abgeordneten zu schnell gesprochen haben, kamen die Simultanübersetzer oft nicht mehr mit und das Gesprochene musste wiederholt werden.
Im Großen und Ganzen war es eine beeindruckende Erfahrung und ein grandioses Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Lediglich, mit den anderen Schülern in diesen Tagen zusammen gewesen zu sein, diese kennen zu lernen und sich über die gemeinsamen Interessen auszutauschen, war die Reise bereits wert. Dazu kommen natürlich all die Tipps und Regeln, die wir gelernt haben und in unsere folgenden Debatten mit einbeziehen werden.

Doch viel mehr als das haben wir erfahren, was es wirklich bedeutet, sich eingehend mit den aktuellen Problemen auseinanderzusetzen und diese aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Neben dem Gefühl der Gemeinschaft stärkte FerMUN auch unser Bewusstsein für die globale Verantwortung, die uns, der jungen Generation, bevorsteht.

Laura M. und Fjonn B.

 

 

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